14.07.2018

Ich bin müde aber quäle mich in der Früh aus dem Bett, heute geht es zur Mauer. Die Woche über hatte ich viel zu tun und damit auch keine wirkliche Erholung. Zum Glück habe ich es gestern Abend geschafft, mich bereits um 1 Uhr Nachts abzusetzen und auch die Menge an Bier hielt sich in Grenzen.

Eine chinesische Kollegin hat uns einen Fahrer organisiert, der Kevin und mich in der Früh am Hotel abholt und raus zur chinesischen Mauer (die viel besser als Trumps ist) fährt. Da Badaling extrem voll und brutal touristisch erschlossen ist, geht es für uns zum Abschnitt bei Mutianyu (der kaum weniger touristisch erschlossen ist, Seilbahn hoch muss es in China mindestens sein).

Wir entscheiden uns, ganz un-chinesisch, zu Fuß zur Mauer hoch zu gehen. Jetzt ist es zum Glück noch früh und es sind kaum Menschen da. Der Weg nach Oben ist dennoch anstrengend, vor allem bei der Luftqualität, gut dass ich nicht noch zusätzlich rauche!

Nicht zu sehe auf dem Bild ist das Schild unter dem Baum, welches darum bittet keine Münzen in das Ding zu kloppen. Funktioniert ja gut hier.

Leider kommen zum Smog noch Wolken dazu, was die Sicht stark einschränkt, dennoch ist die Mauer beeindruckend! Eine nicht ende wollende Schlange aus Ziegel und Mörtel windet sich in beide Richtungen über die Bergketten nördlich der Stadt. An unserem Abschnitt kann man offiziell bis zum Turm mit der Nummer 21 gehen. Das machen wir auch, allerdings hat sich die chinesische Kollegin schon abgesetzt, die hat keinen Bock auf dutzende verschieden hohe Stufen. Keuchend kommen wir oben an und treffen auf einen Deutschen (was sonst), der sich eine Fremdenführerin mit genommen hat. Wir können einige Details von ihr abgreifen: Wusstet ihr z.B., dass dieser Mauerabschnitt von beiden Seiten bedroht war und daher auch Zinnen auf beiden Seiten hat, um die Soldaten zu schützen?

Da liegt das lange Ding im Nebel
Geschafft!

Gegen Mittag füllt sich die Mauer so langsam mit weiteren Besuchern und wir machen uns auf den Weg zurück. Der Plan auch noch zum anderen Ende der Mauer zu gehen geben wir aber schnell auf. Es ist einfach zu voll und alle chinesischen Teenies wollen ein Bild mit dem bärtigen weißen Mann. Ich bin mir sicher, dass ich auf mehr chinesischen Selfies zu sehen bin als auf eigenen Fotos…

Wir treffen die Kollegin beim Besucherzentrum und futtern erst mal eine Runde leckerer Dumplings! Nomnomnom, Essen machen können die Chinesen.

Da wir noch Zeit haben, fahren wir auf dem Weg zurück bei einem Buddhistischen Tempel vorbei und klettern wieder viele, viele Stufen hoch. Glaube bedeutet also auch hier Anstrengung… Aber der Park um die Tempel ist schön angelegt und es ist nicht ganz so voll.

Das heißt so viel wie Glück und Erfolg, oder war es Nudelsuppe 🧐
alles Fake hier, selbst das national Tier!

Gegen 17:00 kommen wir wieder am Hotel an und sind platt. Es wird noch ein, zwei Bier im Supermarkt besorgt und wir quatschen etwas über die Erfahrungen und Erlebnisse von heute und der vergangenen Woche. Heute geht es wieder früh ins Bett, für morgen wollen wir sehen wie wir wach werden und wonach uns ist. Alles ganz agile flexibel.

nlegato

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